Rückblick auf 30 Jahre Vereinsarbeit

Zur Vorgeschichte:

Angeregt durch Ausstellungen der Geflügelzüchter und dem eigenen Anliegen ihre Freizeitbeschäftigung auch einem breiten Publikum in Werder vorzustellen, beschäftigte die späteren Gründungsväter schon  seit 1972. Die zur Gründung willigen Zuchtfreunde waren mit Georg Kärger; Wilhelm Petschig; Manfred Kamjunke; Willi Pietsch und Erich List vollen Mutes, vieler guter Ideen und Hoffnung auf ein zukunftsträchtiges Vereinsleben in Werder. Aber wie so oft im Leben kommt meistens etwas dazwischen, in ihrem Fall waren es die Bestimmungen des VKSK (Verein der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter) die unter anderem einer Vereinsgründung unter zehn Mitgliedern nicht zustimmte. Mit Einfallsreichtum, Engagement und viel Arbeit gingen sie in die Offensive und organisierten ihren eigenen Werbefeldzug. Dieser brachte über die vorübergehende Angliederung an die RassegeflügelzüchtersparteHoffnung 48” im Jahr 1973 und ihrer eigenen Ausstellung  in Werder unter Mithilfe der Potsdamer Vogelzüchter so viele Interessenten auf den Plan, daß nun die Gründung ihres Vereins in realistische Nähe rückte.

Zur Gründung:

Am 11. Januar 1974 fand die Gründungsveranstaltung  in der Gaststätte Hofer auf der Inselstadt statt. Gewählt wurden:

Georg Kärger als Vorsitzender

Wilhelm Petschig als Schriftführer

Erich List als Kassierer

Willi Schönfeld als zweiter Vorsitzender

Hartmut Seyer als Zucht- und Ringwart

Der Vereinsname wurde auf   Sparte Ziergeflügel und Exoten Werderfestgelegt.

Mitgliederleben:

Werner Zachow (von  1983 bis 1989 Vorsitzender) und Rudi Pietsch nahmen auch an der Gründungsveranstaltung teil. Am Gründungstag zählte die Sparte 22 Mitglieder; zur Jahreswende waren es 26 Mitglieder der ersten Stunden, wie Hartmut Sayer, Rudi Pietsch, Burkhard Polz und Karin Davideit sind auch noch heute für den Verein und im Verein aktiv.

Mit den ersten Beschlüssen der Sparte wurde die Marschrichtung für eine effektive Vereinsarbeit festgelegt. “Motor des Vereins ist die Diskussion”-besser kann man einen Leitfaden nicht formulieren. Deshalb wurde auch unter anderem festgelegt, daß der Vorstand und die Mitglieder sich monatlich zu Beratungen treffen. Ausgefüllt wurden die Versammlungen mit Fachvorträgen, Lichtbildervorträgen und Sachreferaten aus dem Erfahrungsschatz anderer Zuchtfreunde. Die Mitgliederaufnahme erfolgte halbjährlich nach dreimaliger Anwesenheit des Antragstellers bei Versammlungen und der Vorlage seines Tierbestandes. Ebenso schnell ging es in die andere Richtung: wer drei Mal hintereinander unentschuldigt fehlte, war draußen, auch wenn der Beitrag bezahlt war. Auf dieser Grundlage erfolgte tatsächlich der erste Rauswurf am 14. März 1975. Ein weiterer Beschluß - Zitat: “Bei schlechtem, unhöflichen und störenden Benehmen eines Zuchtfreundes kann er auf Antrag  von der Versammlung ausgeschlossen werden.” Ob dieser Beschluß zur Anwendung kam, ist nicht  dokumentiert. Beschlüsse wie zum Beispiel Zuwendungen  und Ehrungen von Zuchtfreunden, haben allerdings bis heute ihre Berechtigung.

In den Beratungen des Vorstandes und dann in den Mitgliederversammlungen standen die Fragen der eigenen Verpflichtungen und das was von übergeordneten Gremien erwartet wurde auf der Tagesordnung. Wie zum Beispiel die Führung und die Erfüllung der Wettbewerbsverpflichtungen und des Exports, Tierbestandsmeldungen an den Bezirksvorstand, (sie bildeten die Grundlage der Futterzuteilung), oder Solidaritätsspenden, Patenschaften und Betreuung von Kindern und Rentnern, Delegiertenkonferenzen, Ausflüge, Exkursionen, Spartenvergnügen, Ausstellungen und nicht zuletzt leisten von Aufbaustunden für den Verein und für die Stadt Werder.

Auszug aus einem Wettbewerbsplan für ein Jahr:

- 13 Mitgliederversammlungen
- 12
Vorstandsitzungen
- 8 Fachvorträge
- 3 Lichtbildervorträge
- 15 Aufbaustunden pro Mitglied

Für den Export sind 580 Wellensittiche, 70 Zebrafinken, 8 Nymphen, 100 Agaporniden und 8 Großsittiche zur Verfügung zu stellen.

Der Plan wurde tatsächlich erfüllt und es gab für die Sparte eine Auszeichnung für gute Leistungen.


Weiter
in unserer Chronik:

Am 7.01.1977 wurde Werner Zachow zum zweiten Vorsitzenden, Karin Zachow (heute Davideit) zum Ringwart und als Verantwortliche für Frauenarbeit, sowie Rudi Pietsch zum Zuchtwart gewählt.

Ab 1981 war eine Problematik an der Tagesordnung - schwache Teilnahme der Mitglieder an Versammlungen.  (46 Mitglieder registriert, aber ein paar im Verein nur  um an das begehrte Futter zu kommen, der Verein war ihnen schnuppe)

Der Höhepunkt war 1982 erreicht. Hier konnte mangels Beteiligung auch keine Weihnachtsfeier stattfinden.

1983 war dieser Tiefpunkt überwunden und die Sparte war wieder beschlußfähig.

Am 14. Januar 1983 bittet der Vorsitzende G. Kärger die Sparte aus gesundheitlichen und privaten Gründen um Entbindung von seinem Amt. Zuchtfreund Zachow übernimmt bis zur nächsten Wahl den Vorsitz.

Das 10-jährige Jubiläum der Sparte wird am 13.Januar 1984 im Kulturraum der GPG Frühling gefeiert.

Wahlversammlung am 9.November 1984. Werner Zachow wird zum Vorsitzenden gewählt, Burkhard Polz wird Stellvertreter, Karin Zachow und Rudi Pietsch behalten ihre Funktionen.

Georg Kärger wird aufgrund seiner Verdienste um die Sparte zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Das Jahr 1989 war aus humaner Sicht nicht so gut, im Gegenteil. Die Sparte verliert ihre wichtigsten Vor-und Mitkämpfer. G. Kärger stirbt am 28.Februar 1989 und im Oktober stirbt der Vorsitzende W. Zachow. Am 10.November 1989 nimmt die Sparte in einer Gedenkminute Abschied von  ihrem Vorsitzenden.

B. Polz führt amtierend die Geschäfte weiter und Olaf Lochmann wird in den Vorstand gewählt. Bekanntermaßen überschlugen sich in dieser Zeit die Ereignisse und viele fragten sich wie es weiter geht. Dank dem Vorsitzenden ging es weiter.

Im Januar 1990 wurde der Beschluß zur Überarbeitung der Satzung gefaßt und im Mai tritt die Sparte aus dem VZE aus.  So war der Weg für die Zuchtfreunde frei und sie konnten in die Vereinigung für Artenschutz, Vogelhaltung und Vogelzucht, kurz AZ, eintreten um ihre individuellen Belange besser regeln zu können.

Kontakte zu Sparten im Westen wurden per Annoncen gesucht. Fündig wurden wir in Lingen, die im Juni 1990 Zuchtfreund R. Gritzan zum beschnuppern nach Werder schickten. Noch im selben Jahr stellt die Sparte aus Werder in Lingen aus  und besucht im November die Bundesschau in Holland. Die Zusammenarbeit und der Erfahrungsaustausch mit den Zuchtfreunden in Lingen wurden per Vertrag im Mai 1991 durch Unterschriften besiegelt.

Unsere überarbeitete Vereinssatzung  wurde bestätigt und seit dem 24.März 1993

heißen wir:

 Verein der Ziergeflügel - und Exotenzüchter Werder/Havel e.V. von 1974”

Das Vereinsleben konzentrierte sich jetzt auf die neuen Bedingungen und die Mitgliederstärke sollte wieder steigen Durch Beharrlichkeit und Werbung. vor allem mit den Ausstellungen gelang es letztendlich den Verein zu stabilisieren und zu dem zu machen was er heute ist:

ein stabiler Faktor in der Kulturlandschaft Werder.

Und so soll es bleiben. Die Fortführung der Traditionen unserer Gründer ist für uns nicht nur Verpflichtung, sondern ein Beitrag zum Vereinsleben und Bestehen. Dazu zählen neben den regelmäßigen Versammlungen  auch die Fachvorträge und Erfahrungsaustausche, die jährlichen Exkursionen (Walsrode, Groß Schauen, Lingen) die lehrreichen Vorträge von Frau Dr. Wedel, sowie die Auswertungen der verschiedenen Vogelbörsen, die von unseren Mitgliedern gern bereist werden.


Der in der Jahreshauptversammlung  am 11.April 1996 gewählte Vorstand unter Vorsitz von B. Polz, ist in Person  bis zum heutigen Tag identisch. Und so lange das Leitmotiv unserer Urvorderen “Motor des Vereins ist die Diskussion” gilt, ist es um diesen Verein auch weiterhin gut bestellt. Denn an eines möchte ich an dieser Stelle erinnern, von den Vogelvereinen in unserer Region zu DDR - Zeiten und das waren bekannter Maßen einige, sind nach der Wende nur wir und die Teltower übrig geblieben.

30 Jahre mit Höhen und Tiefen. Auch 30 Jahre auf die man mit Stolz zurückblickt und wie könnte es anders sein, man nach vorne schaut, denn die Vereinsarbeit bleibt nicht stehen, sie entwickelt sich weiter. Wir werden daran arbeiten.

Heute wird aber ersteinmal gefeiert und ich denke so sollte es auch sein.



Dieser Text wurde mit freundlicher Unterstützung von Zuchtfreund Reinhard Rünzi übernommen und vom Webmaster angepasst.


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